Mit der Kamera auf Reisen

Mit der Kamera auf Reisen | Sony a7r | ZEISS 35mm f2.8 | @ f3.5 | 1/2000 sec

Wer auf Fotoreise geht, oder auch einfach seinen Urlaub nutzen will um ein paar schöne Fotos mit nach Hause zu nehmen, steht vor verschiedenen Herausforderungen:

Neben den Fotografie-Fragen – um die es im zweiten Teil geht – müssen viele Dinge organisiert werden: Hotels und Flüge müssen gebucht werden, Versicherungen angemeldet und Zugang zum Geld in der Auslandswährung sichergestellt werden.

In diesem ersten Teil möchte ich diese letztgenannten Aspekte ansprechen. Ich habe  – im wahrsten Sinne des Wortes – viel Lehrgeld zahlen müssen und möchte euch hier ein paar Tipps mit auf den Weg geben, damit ihr diese Fehler vermeidet und stressfreier reisen könnt.

Noch ein Hinweis: einige der hier aufgezählten Tipps und Angebote sind Affiliate Partner von mir. Was heißt das? Buchst du z.B. über meinen Link eine Reise mit Booking.com, bekomme ich von denen eine kleine Provision, dich kostet das keinen Cent extra. Du unterstützt mich quasi ohne, dass es dich was kostet. Das ist doch super :-) Alle unten genannten Tipps reflektieren selbstverständlich trotzdem MEINE PERSÖNLICHEN ERFAHRUNGSWERTE und ich würde diese nicht teilen, wenn ich nicht zu 100% dahinter stünde.

Jetzt aber viel Spaß beim lesen!

1. Wie plane ich meine Reise ins Ausland möglichst effizient?

Habe ich mich für ein Reiseziel entschieden, besteht der nächste schritt logischerweise darin, die An- und Abreise zu planen.

Doch zuallererst empfehle ich euch eine Checkliste zu machen die alle notwendigen Schritte für eure Reise aufzählt. Klingt spießig, spart allerdings Zeit und vor allem Stress. Das kann man entweder mit Stift und Papier erledigen oder – so wie ich es vorziehe – auf digitalem Wege. Dafür nutze ich das kostenlose Tool Google Notizen. Dort habe ich einen Tag der da Urlaub heißt und je eine Checkliste für die Reiseplanung sowie eine Packliste.

Was alles in deine Fototasche gehört erfährst du im zweiten Teil dieses Artikels. Melde dich für den Newsletter an und ich informiere dich, sobald Teil 2 online ist.

In dem folgenden Video zeige ich dir, wie du deine erste Checkliste in Google Notizen anlegst:

2. Welche Versicherungen sind sinnvoll?

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Eine Auslandskrankenversicherung sollte man in jedem Fall abschließen und bei teurem Equipment ist auch eine Versicherung für die Technik keine schlechte Idee.

Von Gepäckversicherungen oder „Rundum-sorglos-Paketen“ kann ich nur abraten. Hier stimmt einfach das Preis-Leistungsverhältnis nicht.

Reiserücktrittsversicherungen sind nur dann sinnvoll, wenn die Reisestornierungskosten sehr hoch sind und/oder eine chronische Krankheit vorliegt. Damit wäre das Risiko größer die Reise absagen zu müssen.

In Sachen Auslandskrankenversicherung ist die Auswahl sehr groß, empfehlen kann ich die Reiseversicherung der Hanse Merkur, mit der ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Die gibt’s für Singles ab 17 € im Jahr. Die Kosten sollten daher kein Grund sein auf diese Versicherung zu verzichten.

Sehr gut bei der Hanse Merkur: sollte etwas passieren (was wir natürlich nicht hoffen) finanziert diese den sogenannten „medizinisch sinnvollen und ärztlich angeordneten Krankenrücktransport“ komplett (bitte googlen, wer hier tiefer eintauchen will ;-) ). Das ist im Vergleich zu anderen Anbietern keine Selbstverständlichkeit. Wenn man sich einmal die Grafik unten anschaut, dann wirken die 17€ Jahresbeitrag auf einmal auch nicht mehr so tragisch – also unbedingt versichern Leute!

Top 10 der teuersten Rück­trans­porte

Reisekrankenversicherung: Top 10 der teuersten Rücktransporte

Quelle: CosmosDirekt

 

Für eine Equipment-Versicherung kann ich aus persönlicher Erfahrung leider keine Empfehlung aussprechen, denn – Asche auf mein Haupt – ich habe selber (noch) keine. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich mein Equipment hüte wie den eigenen Augapfel. Nichts desto trotz beschäftige ich mich mit dem Thema und stehe kurz vor der Entscheidung. Einen guten Überblick gibt es hier .

3. Wie komme ich an günstige Flüge?

Wir gehen mal davon aus, dass deine Reise mit dem Flugzeug erfolgen wird. Besteht deine Reise, aus einem Trip von Köln in den Japanischen Garten Leverkusen, dann ist dieser Artikel leider nichts für dich ;-)

Suchmaschinen für Flugreisen gibt es wie Sand am Meer. Die meisten sind solala und wenig flexibel. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Skyscanner gemacht.

Hier gefällt mir vor allem die Möglichkeit, neben spezifischen Reisedaten ganze Monate auszuwählen. So kann ich z.B. die günstigsten Hin- und Rückflüge für Juni und Juli suchen und bekomme diese als Tabelle oder in Form eines Balkendiagramms angezeigt. Ein weiterer Vorteil gegenüber den meisten anderen Anbietern, besteht in der Möglichkeit, statt spezifischen Flughäfen, Länder auszuwählen. So kann ich beispielsweise die günstigsten Flüge von Deutschland nach Italien im Monat Juli suchen. Das ist durchaus sinnvoll: so habe ich z.B. einen Flug von Köln nach Rom gebucht und bin von Rom aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Toskana gefahren. Theoretisch wäre es sinnvoller gewesen nach Florenz oder Siena zu fliegen. Das wäre allerdings in Summe teurer gewesen, da die Flüge nach Rom sehr günstig sind, sowie die Zugfahrt ab Rom.

Wie du im Ausland an günstige Zugtickets kommst erfährst du weiter unten in Punkt 6.

Du kennst das sicher auch: die Sitzplatzreservierung für deinen Flug kann zur Lotterie werden und wenn du Pech hast sitzt du direkt überm Flügel oder am WC. Auch dafür habe ich einen heißen Tipp. Und zwar kannst du bei Seatguru online deine Flugnummer angeben und bekommst sämtliche im Flugzeug vorhandenen Sitzplätze einschließlich Nummerierung angezeigt. So bekommst du garantiert den Sitzplatz den du haben möchtest.

4. Wie komme ich an gute und günstige Unterkünfte?

Hier hat natürlich jeder andere Ansprüche. Ich für meinen Teil lege keinen Wert (mehr) auf 12-Bett-Schlafsäle inklusive Schnarchorchester (bei dem ich zugegeben mitwirke ;-) ).

Mein Hotelzimmer während eines Fotoworkshops in der Toskana. So ein schönes Zimmer ist keine Selbstverständlichkeit auf Reisen. Sony a7r | Samyang 14mm 2.8 | @f8 | 1/400 sec

Ich würde mal grob unterteilen in drei Unterkunftsarten (mal abgesehen vom Camping):

  1. Couchsurfing
  2. Bed and Breakfast (z.B. Air BnB)
  3. Hotel (z.B. Booking.com)

Couchsurfing verwende ich persönlich gar nicht, möchte es aber erwähnen, da es für viele sicher sinnvoll ist. Auf jeden Fall die günstigste Variante, steht hier eher das Treffen mit Menschen im Vordergrund. So kann man sicher mit seinen Hostst eine authentische Reise erleben. Ich persönlich gehe dann lieber abends in den Pub und mische mich dort unters Volk um dann abends in meine eigenen vier Wände zurückzukehren. Aber jedem das Seine. Und wie erwähnt auch eine Kostenfrage.

Rasant an Beliebtheit gewonnen hat Air BnB als Vermittlungsportal für privat betreiebene Bed and Breakfasts. Die hier weltweit angebotenen Unterkünfte sind zumeist günstiger, als die „offiziellen“ BnB’s. Air BnB kommt für mich vor Allem in Frage, wenn ich kurzfristig etwas suche und die normalen Hotels und BnB’s ausgebucht oder überteuert sind. Interessant ist zudem, dass man bei Air BnB die Unterkunftsauswahl auch am Host festmachen kann. So kann es auf einer Geschäftsreise sicher spannend für z.B. einen Fotografen sein im Ausland bei einem Fotografen unterzukommen.

Last but not least: das Hotel. Von Besenkammer bis 5-Serne Suite ist hier theoretisch alles möglich und vom Budget und Buchungszeitpunkt abhängig. Früh buchen lohnt sich. Ich buch mich in den allermeisten Fällen in ein Hotel ein und nutze dafür Booking.com für die Zimmersuche. Dieser Anbieter hat einige Vorteile. Es werden beispielsweise auch Hostels und BnB’s angezeigt. Zudem kann man nach allen möglichen Kriterien filtern; z.B. Lage, Preis, Bewertung, etc. Nützlich auch die zumeist kostenlose Stornierungsoption. So kann man risikolos buchen und im zweifelsfall stornieren, wenn man was besseres findet. Ich nutze immer sehr gerne die Kartenansicht, um alle Hotels auf einen Blick und mit der genauen Lage sehen zu können.

Fazit: letztendlich ist die Wahl der Unterkunft eine Frage des Budgets und der Prioritäten. Ich persönlich brauche kein 5 Sterne Hotel. Für mich ist es aber wichtig ein eigenes Zimmer zu haben, vor Allem bei längeren Aufenthalten.

5. Wie behalte ich unterwegs den Überblick und Zugriff auf alle relevanten Infos und Dokumente?

Auch in diesem Punkt gibt es im Grunde genommen die Möglichkeit alles analog (per Stift und Papier) oder digital zu lösen. Bei mir ist es zumeist eine Kombination. Tickets für Flüge, Busse und Bahnen drucke ich vorab aus. Gleiches gilt für Buchungsbestätigungen oder Wegbeschreibungen. Zusätzlich kopiere ich mir alle diese reise-relevanten Informationen in mein Google Drive. Dort aktiviere ich dann noch die Offline-Verfügbarkeit: so habe ich stets Zugriff auf alle Infos über mein Smartphone oder Tablet. In diesem Quick-Tipp Video zeige ich euch wie das geht:

Für die Planungs-Supernerds unter uns können Dienste wie Worldmate oder Tripit sinnvoll sein. Diese erlauben beispielsweise die Weiterleitung aller reisespezifischen E-Mails an eine bestimmte personalisierte E-Mail Adresse. Daraus zieht sich das jeweilige Tool sämtliche Reiseinformationen und stellt diese in der App übersichtlich bereit. Zusätzliche Features sind dann Erinnerungen oder Live-Infos zu Flügen etc. Für mich ist das etwas „too much“, außerdem hab ich es nicht gerne, wenn ein externes Tool meine Emails liest. Aber komfortabel sind diese Apps auf jeden Fall und für den Einen oder Anderen sicher eine Überlegung wert.

Sensible Informationen, wie Pins, Passwörter und Kreditkarten-Infos würde ich NIEMALS handschriftlich notieren und mitführen (ich habe diesen Fehler auch schon gemacht; ist gut gegangen, aber trotzdem keine gute Idee). Das beste ist es natürlich diese Dinge zwischen den Ohren abgespeichert zu haben. Sind es zu viele Infos (oder zu wenig Speicherplatz zwischen den Ohren ;-) ) gibt es digitale Helferlein wie 1Password (kostenpflichtig) oder Keepass (kostenlos aber etwas komplizierter). Diese Passwortmanager erlauben es alle Daten konsolidiert und verschlüsselt abzuspeichern. Für den Zugriff braucht der Nutzer dann nur ein Master-Passwort.

6. Wie komme ich in einem unbekannten Land ohne Auto von A nach B?

Mondays | Sony a7r | 35mm | f8 | 1/400 sec

Das Flugzeug ist gelandet, das Gepäck abgeholt und die Passkontrolle hinter dir. Jetzt stehst du vorm Flughafen und hörst von links und rechts „Taxi, Taxi“-Rufe. Du hast aber keine Ahnung was das kostet und ob man dir nur das Geld aus der Tasche ziehen möchte.

Das muss nicht sein. Informiere dich am besten vorab, wie du im Ausland von A nach B kommst! Natürlich ist das von Land zu Land verschieden. In Nairobi ist die Infrastruktur eine andere als in Helsinki. Nichts desto trotz kann eine Google-Suche einiges an Stress verhindern.

Mein heißer Tipp an dieser Stelle ist die Webseite Rome2Rio die ich insbesondere bei innereuropäischen Reisen lieben gelernt habe. Hier kann man im Grunde genommen seine Heimatadresse als Startpunkt und seine Zieladresse (Hotel, BnB etc.) als Endpunkt eintragen und bekommt preislich gestaffelt verschiedene Reiseoptionen angeboten.

Ich nutze es so, dass ich damit die Fernreisen im Ausland plane, nachdem ich die Flüge gebucht habe. Kürzlich war ich beispielsweise in Irland und hatte eine Unterkunft am südlichsten Zipfel auf der kleinen Insel Cape Clear gebucht. Eine schnelle suche von Dublin Airport nach Cape Clear lieferte dann die verschiedenen Busrouten und Anbieter, die diese befahren. Das ist unheimlich hilfreich, da man so auch direkt die Links zu den Bus- und Bahnunternehmen vor Ort hat und die Tickets direkt online buchen kann.

7. Wie komme ich im Ausland an meine Moneten?

Zuallererst eine Bitte: BITTE NUTZE KEINE WECHSELSTUBE BZW. EXCHANGE OFFICE.

Das ist so sinnvoll wie das balancieren eines Schnitzels auf deiner Nase bei gleichzeitigem Jonglieren eines Pfannkuchens mit deinem linken Fuß…..lass es einfach!

Bei einer Kurzreise ins EURO-Ausland kann es sinnvoll sein einfach entsprechend Bargeld im Portmonnaie zu haben. Das würde ich allerdings nur als Backup-Lösung sehen. Am komfortabelsten ist es eine Kreditkarte zu haben mit der man sowohl bargeldlos bezahlen, als auch Geld abheben kann.

Ich könnte jetzt hier umfangreich die verschiedensten Anbieter beleuchten und vergleichen, mache ich aber nicht. Ich stelle euch lieber direkt die Lösung vor, die alle Anderen in den Schatten stellt: Die DKB-Kreditkarte.

DKB-Kreditkarte

Wenn du ein Girokonto bei der DKB eröffnest kannst du direkt die DKB-Kreditkarte mitbeantragen, alles komplett kostenlos. Mit dieser lässt sich weltweit an allen Automaten mit VISA-Symbol KOSTENFREI Geld abheben. Ich war in Kenia, in Kuba, in Qatar, in Thailand und in Neuseeland: diese Automaten gibt es überall, und damit auch die Möglichkeit mit der DKB-Kreditkarte kostenlos Geld in der Landeswährung abzuheben!

Solltest du nicht viel verreisen empfehle ich dir allerdings die Bank zu informieren, bevor du deine Auslandsreise antrittst. Andernfalls kann es passieren, dass diese deine Geldabhebungen im Ausland als versuchten Betrug Dritter wertet und deine Karte sicherheitshalber sperrt. Dann stündest du ohne Kreditkarte und ohne Geld da.

Außerdem – ich berichte wieder aus eigener leidiger Erfahrung – sollte man eine Plan-B-Lösung haben an Geld zu kommen (2. Kreditkarte oder EC-Karte). Physisch von der DKB-Karte getrennt….für den Fall der Fälle.

Das war es erstmal mit dem ersten Artikel-Teil zum Thema Reisefotografie. Im zweiten Teil widmen wir uns dann fotografischen Themen, die auf Reisen eine Rolle spielen. Am Besten meldest du dich für den Newsletter an, dann erfährst du automatisch davon. Bis dahin fröhliches „Reiseplanen“ und einen entspannten Abend! Hau deine Fragen und Kommentare gerne im Kommenterbereich unten in die Tastatur!!!