Wenn du es es mit der Landschaftsfotografie ernst meinst, dann wirst du wohl schon folgendes gemerkt haben: nicht jede Landschaft, die dir positiv ins Auge fällt, verwandelt sich automatisch in eine großartige Fotografie.

Wenn du einen Ort erlebst, verbinden sich die Gerüche, Geräusche und Sinneseindrücke zu Emotionen, die den Gesamteindruck deiner Empfindungen ausmachen. Deine Aufgabe als Fotograf ist es diese Erfahrung in Fotografien zu verwandeln.

Als wäre diese Aufgabe nicht schon schwer genug, so gibt es viele Probleme, auf die wir stoßen, die verhindern können, dass unsere Wahrnehmung einer Landschaft in der finalen Fotografie zum Ausdruck kommt.

In diesem Artikel habe ich die aus meiner Sicht typischsten und tückischsten Stolpersteine in der Landschaftsfotografie zusammengefasst und zeige dir, wie du diese vermeidest.

 

#1 – VERWACKLUNGS-UNSCHÄRFE

In vielen Bildern kann Unschärfe sehr interessant sein. In der Landschaftsfotografie ist man jedoch meist auf Schärfe aus.

Der beste Weg, um sicherzustellen, dass dein Bild scharf wird, ist ein Stativ zu verwenden. Nun gibt es Stative und es gibt Stative. Es ist sinnvoll in ein robustes und windbeständiges Stativ zu investieren, gerade für Langzeitbelichtungen. Ein gutes Stativ hält ewig, also spare nicht am falschen Ende.

Mein Tipp aus langer (und schmerzhafter) Erfahrung mit schlechten Stativen sind die Stative von Rollei, die richtig gut und günstig sind:

Ein weiteres Zubehör, das nicht fehlen sollte, ist ein Fernauslöser. Hier genügt ein günstiger kabelgesteuerter Auslöser. Dieser verhindert Vibrationen und sorgt daher für knackscharfe Bilder. Wenn du keinen hast, tut es auch der eingebaute Selbstauslöser deiner Kamera.

Das ist mein Fernauslöser. Er ist günstig und lässt sich ein- und ausschalten, was viele „billig“ – Fernauslöser nicht können:

Canon    Nikon    Sony E    Sony A

#2 – SCHRÄGER HORIZONT

Viele gute Landschaftsfotos werden durch einen ungeraden Horizont ruiniert. Das stört vor Allem, wenn der Horizont nur leicht schräg ist.

Sorge daher dafür, dass deine Kamera gerade ist: nichts ist unschöner als ein leicht schiefer Horizont.

Es gibt im Grunde genommen 4 Möglichkeiten, diesem Problem entgegen zu wirken:

  • Rasterüberlagerung
    Bei den meisten DSLRs lässt sich ein Raster entweder im Sucher, in der Live-View Ansichts oder in beiden einblenden. Richte den Horizont mit Hilfe einer dieser Linien aus.
  • Digitale Wasserwaage
    Neuere Kameras haben oft eine eingebaute elektronische Wasserwaage. Beim Einschalten wird die Positionierung der Kamera gemessen und kann bei bedarf entsprechend korrigiert werden.
  • Analoge Wasserwaage
    Viele Stative besitzen sogenannte Libellen, mit denen die Kamera „ins Wasser“ gebracht bzw. nivelliert werden kann.. Zudem gibt es Libellen, die sich am Blitzschuh der Kamera befestigen lassen.
  • Nachbearbeitung
    Wenn alles andere scheitert, oder nicht verfügbar ist, so kann die Fertige fotografie natürlich in der Post-Produktion vom Bildbearbeitungs-Programm deiner Wahl begradigt werden.

 

Natürlich kann das Bild in der Nachbearbeitung begradigt werden. Das geschieht aber immer auf Kosten von Bildinformationen an den Rändern. Ich bevorzuge es daher, die digitale Wasserwaage meiner Sony a7r zu verwenden. Damit bin ich ganz auf der sicheren Seite.

 

Deine Kamera beherrscht dich, statt du sie?

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#3 – IMMER DIE GLEICHE PERSPEKTIVE

Die meisten Menschen fotografieren aus der Augenhöhe. Damit entstehen immer die gleichen erwartungsgemäßen Bilder – Bilder aus dem Bühnenblick.

Verlasse den Bühnenblick!

Knie dich hin. lege dich hin. klettere auf einen Baum. Suche nach ungewöhnlichen Perspektiven, um ungewöhnliche Fotos zu machen.

Hier mal ein paar Ideen, falls du noch Inspiration brauchst ;-)

 

#4 – BESCHRÄNKUNG AUF’S QUERFORMAT

Viele gehen davon aus, dass ein Landschaftsfoto im Querformat (horizontal) fotografiert werden sollte. Dies ist normalerweise keine schlechte Idee, aber in manchen Fällen kann eine Hochformat-Ausrichtung (vertikal) wirklich gut funktionieren. Denke an eine Wald- oder Bergszene.

Wenn die Motivform als solche mehr vertikal als horizontal ist, versuche es im Hochformat, dies kann eine besondere Dynamik im Motiv erzeugen.

 

#5 – UNPASSENDE LICHTVERHÄLTNISSE

Bei Sonnenlicht ist Gegen- und Seitenlicht unbedingt dem Licht von hinten kommend vorzuziehen, da letzteres direkt auf das Motiv fällt und dieses flach erscheinen lässt. Wenn es keine Sonne gibt und der Himmel bedeckt ist, dann mache trotzdem von den Lichtverhältnissen Gebrauch, um Nahaufnahmen zu machen: das diffuse, weiche Licht sorgt für herrliche Plastizität!

Hast du die Sonne im Rücken, NICHT auf den Auslöser drücken!

Graue, trübe Tage Liefern eher gedämpfte, ausgewaschene Farben und wenig Struktur, dafür umso mehr Plastizität. Extrem sonnige Tage können genau das Gegenteil tun. Achte sorgfältig auf die Lichtverhältnisse auf deinem Motiv. bevor du auf den Auslöser drückst.

 

#6 – NICHT ÜBER DIE BLENDE NACHDENKEN

Die Blende ist eines der wichtigsten Kompositionswerkzeuge!

Wenn du eine Szenerie ins Bild setzt, solltest du über die Schärfentiefe nachdenken. Wenn du eine große Scharfentiefe willst, sorge dafür. dass deine Blende relativ weit geschlossen ist (f8 bis f16). Damit ist die Ausdehnung der Schärfe von Vorder- bis Hintergrund möglichst groß. Umgekehrt führen große Blenden (z.B. f2,8) und das Fokussieren auf den Vordergrund zu starker Unschärfe im Hintergrund. Die Schärfentiefe ist entsprechend sehr gering.

Vermeide allerdings die kleinste Blende an deinem Objektiv zu verwenden (f22 – f32), da du sonst Probleme mit der Beugungsunschärfe bekommst!

 

Dein Fotografie-Spickzettel:

Hol dir den PhotoInspirator-Spickzettel zum ausdrucken, mit dem du Blende, Belichtungszeit und ISO in den Griff bekommst:

 

#7 – SICH NEBEN ANDERE FOTOGRAFEN STELLEN

Siehst du eine Gruppe von Fotografen von einem bestimmten Spot aus auf ein Motiv abschießen, könnte es eine gute Idee sein. von einem anderen Ort zu fotografieren. Schließlich gehe ich mal davon aus. dass du ein einzigartiges Bild mit nach Hause nehmen willst?!

Natürlich liefern bestimmte Aussichtspunkte oft den besten Blick auf etwas. Dann mache gerne ein Foto von dort aus, aber suche auch nach anderen Orten und Perspektiven, um DEIN Bild zu machen.

Es kann auch eine gute Idee sein, einen Fotospot vorab ohne Kamera zu scouten, um bereits im Kopf gute Perspektiven abzuspeichern. bevor es mit Kamera an das Motiv geht.

Bei diesem Motiv fallen mir gleich mehrere Gründe ein, alternative Perspektiven ausfindig zu machen ;-)

 

#7 1/2 – AUF DEN AUSLÖSER DRÜCKEN

Zugegeben das klingt jetzt etwas komisch – es ist ein Fehler auf den Auslöser zu drücken?! Ich möchte dir mit diesem Bonus-Tipp nur empfehlen nicht zum Knips-Roboter zu werden:

Kreativität entsteht durch Achtsamkeit – in den Zwischen-Momenten, wenn wir keine Kamera zur Hand haben.

Fotografieren bedeutet visuelle Kommunikation. d.h. mit Bildern Geschichten zu erzählen und zum Nachdenken anzuregen und emotional zu berühren. Dafür muss man aber erstmal etwas erleben, dass einen tatsächlich derart inspiriert dass man dann, wenn man die Kamera zur Hand nimmt, Bilder macht die auch andere faszinieren.

Deshalb meine Bitte: Achtsames fotografieren, statt Knips-Roboter!

 

 

Dein Weg zum eigenen fotografischen Ausdruck

Du meinst es wirklich ernst mit der Fotografie und willst dich endgültig vom Automatik-Modus verabschieden? Dann wirf mal einen Blick in die Photo4Nature-Akademie – das ist unser Fotografie-Grundlagenkurs und der perfekte Startpunkt um deine Reise zu starten, zum besten Fotografen der du sein kannst.

 

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