Nachts ist es kälter als draußen…und dunkler.

Scherzkeks

Das Fotografieren bei Nacht hat seinen ganz eigenen Reiz. Das gilt insbesondere für Gebäude, die oftmals tagsüber eher langweilig aussehen und nachts ganz toll beleuchtet werden. Manche Städte erwachen erst so richtig, wenn die Sonne längst untergegangen ist und die Lichter der Stadt erleuchten. So verwandeln sich Gebäude wie der Kölner Dom oder die Straßen Amsterdams nachts in attraktive Fotomotive die nur darauf warten abgelichtet zu werden. 

In diesem Bildrezept soll es um das Fotografieren in der Stadt bei Nacht gehen und die folgenden Tipps bereiten dich auf deine Nachtpirsch vor.

Amsterdam

f 18  |  30 sec  |  ISO 160  |  Panorama

Kölner Dom

f 10  |  5 sec  |  ISO 400

#1 Welches Zubehör brauche ich?

Bevor wir an die Kameraeinstellung gehen möchte ich gerne ein paar Worte zum Zubehör verlieren, dass dir das Leben für dieses Projekt leichter machen wird:

Stativ

Das spärliche Licht in der Nacht zwingt uns zu relativ langen Belichtungszeiten, die von Hand nicht realisierbar sind. Ein Stativ ist daher ein Muss. Ich kann es nicht oft genug betonen, dass man nie am Stativ sparen sollte. Dieses sollte robust und schwer genug sein, um auch Windböen die Kalte schulter zu zeigen. Hier siehst du das Stativ, dass ich verwende, welches ich dir uneingeschränkt empfehlen kann. Ich habe viele viele Stative getestet:

Meine Empfehlung: das Rollei C6i

Rollei-Stativ mit Panorama-Kugelkopf

Kabel-, Fern-, oder Selbstauslöser

Wie erwähnt haben wir es mit langen Verschlusszeiten zu tun. D.h. der Auslöser deiner Kamera sollte nicht gedrückt werden, was nämlich zu Verwacklungsunschärfe führen würde. Daher bitte den Selbstauslöser deiner Kamera verwenden. Diesen kannst du in aller Regel auf 2 sec stellen. Dann darfst du auch den Auslöser der Kamera verwenden, die das Foto dann erst schießt, wenn du kein Kontakt mehr zur Kamera hast und diese somit nicht wackelt.

Noch besser ist ein Kabel- oder Fernauslöser: damit kannst du ein Verwacklungsfreises Foto ohne Verzögerung machen. Zudem erlaubt dir dieser Fernauslöser auch Verschlusszeiten im Bereich über 30 sec.

Meine Empfehlung: Der Kabel-Auslöser von JJC:
Achtung: unbedingt darauf achten den richtigen für das eigene Kameramodell zu kaufen. In der Artikelbeschreibung von Amazon stehen die Kameramodelle.

Canon    Nikon    Sony E    Sony A

 

Weitwinkel-Objektiv

Die Gute Nachricht zuerst. Auch mit der einfachen Kit-Optik kann man ganz hervorragende Nachtfotos machen. Ich bevorzuge bei dieser Art von Fotografie allerdings Weitwinkel-Objektive. 35mm abwärts sollte dein Objektiv mindestens können. Idealerweise bis zu 16mm. Das liegt einfach daran, dass man Gebäude oder „Cityscapes“ am allerbesten mit einer relativ kurzen Brennweite bild-füllend einfangen kann.

Taschenlampe

Das ist etwas, dass man sehr gerne vergisst. Gerade, wenn du deine Kamera noch nicht aus dem Effeff beherrschst, rate ich dir eine Taschenlampe mitzunehmen, um auch bei Dunkelheit den Überblick zu behalten.

 

#2 Wie sollte ich die Kamera einstellen?

Belichtungsmodus
Manuell (M) – der Belichtungsmesser deiner Kamera wird mit diesen Nachtfotos etwas überfordert sein. Daher müssen wir hier selbst Hand anlegen.

ISO
Möglichst niedrig; idealerweise auf 100

Blende
Starte mit der förderlichen Blende (das ist in aller Regel f 8) und regel die Blende nur hoch oder runter wenn unbedingt nötig. In der Bonuslektion „Profi-Tipps für perfekte Bildschärfe“ der Akademie lernst du, was es mit der förderlichen Blende auf sich hat.

Verschlusszeit
So wählen, dass das Bild mit der vorher festgelegten ISO und Blende korrekt belichtet ist (Belichtungsdreieck!). Am besten auf die Lichter belichten. Dazu noch mehr weiter unten. Da du mit Stativ fotografierst, ist auch eine lange Belichtungszeit kein Problem.

Blitz und Bildstabilisator
Blitz und Bildstabilisator bitte deaktivieren. Brauchst du beides nicht, da du ein Stativ verwendest.

Weißabgleich
Wurscht egal – da du RAW fotografierst und nicht JPEG, kann dieser später in der Nachbearbeitung gewählt werden.

Deine Kamera beherrscht dich, statt du sie?

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#3 Wie sollte ich fokussieren?

Bei Nachtfotos empfehle ich dir manuell zu fokussieren statt den Autofokus zu verwenden. Wie der Belichtungsmesser, sind auch die Autofokussensoren bei diesen Lichtverhältnissen nicht immer präzise.

Wenn du eine DSLR hast, dann solltest du außerdem den Live View aktivieren und in diesem Modus fotografieren. Dann:

  1. siehst du dein Motiv direkt auf dem Display
  2. kannst du beim Fokussieren heranzoomen und exakt auf dein Motiv fokussieren

Wenn du eine DSLM dein Eigen nennst erübrigt sich dies, da du, wenn man so will, immer im Live View bist.

TIPP: Focus Peaking

Wenn deine Kamera Focus Peaking unterstützt, dann aktiviere dies. Beim Focus-Peaking (Sony nennt das z.B. Kantenanhebung) werden die scharfen Bildbereiche auf deinem Display farblich hervorgehoben. Ein super Werkzeug, um den Fokus im Blick zu behalten.

#4 Wie entstehen spannende Bilder?

Natürlich gibt es auch in der Nachtfotografie kein Patentrezept für tolle Bilder. Allerdings habe ich ein paar Tipps, mit denen du deinen Bildern mehr Charme verleihen kannst:

Wasser und Spieglungen

Halte nach Wasser ausschau. Es liefert oft Reflexionen, die deinem Bild das gewisse Etwas verleihen können (siehe auch das Amsterdam-Foto oben). Je glatter die Wasseroberfläche, desto besser!

Geister einfangen 

Benutze Bewegung, um Menschen in Geister zu verwandeln. Bei längeren Belichtungszeiten werden sich bewegende Personen zu Geistern (siehe Bild unten von der Slinky Springs to Fame Brücke in Oberhausen). Die Belichtungszeit sollte aber nicht zu lang sein, sonst werden die Menschen irgendwann komplett verschwinden.

Slinky Springs to Fame

f 11  |  0,4 sec  |  ISO 100

Lichtspuren einfangen

Ein weiterer interessanter Effekt längerer Belichtungszeiten sind Lichtspuren. Diese entstehen etwa wenn Autos bei Nacht an der Kamera vorbeifahren (siehe Bild unten von der Flughafenbrücke in Düsseldorf). Man kann natürlich auch selbst Lichtspuren malen, mit einer Taschenlampe oder Fackeln (siehe Bild unten von der Drachenbrücke). Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Für die letzten Beispiele ist die wichtigste Stellschraube natürlich Belichtungszeit. Durch das Variieren der Zeit kannst du dann den Lichtspureffekt beeinflussen. Hier hilft nur mit Werten ab 2 sec aufwärts zu probieren, bis du zufrieden bist. Generell wirken Bilder gut, wenn man sich bewegenden Bildelemente mit statischen kombiniert.

Flughafenbrücke Düsseldorf

f 11  |  6 sec  |  ISO 100

Drachenbrücke

f 22  |  30 sec  |  ISO 100

#5 Gibt es noch Extra-Tipps für Nerds und Besserwisser?

Ja klar :-) Mit den folgenden Tipps geht noch mehr:

Blendensterne

Wenn du kleine Blendenwerte verwendest, erzeugen die Blendenlamellen deines Objektivs Sterne auf den Lichtquellen des Motivs (Straßenlaternen, Autolampen, …). Das kannst du auf dem Foto unten aus Rom gut sehen. Ich empfehle Blendenwerte zwischen f 11 und f 16. Das ist von Objektiv zu Objektiv verschieden und muss letztlich auch getestet werden.

Rom

Funkelnde Blendensterne:

f 16  |  30 sec  |  ISO 100

Testshots mit hohen ISO-Werten

Wenn ich in der Nacht fotografiere, mache ich Grundsätzlich ertst einmal Testshots mit sehr hohen ISO-Werten. Das erlaubt mir sehr kurze Verschlusszeiten. Sinn und Zweck besteht darin, schneller ein Gefühl für die Bildkomposition und Belichtung zu bekommen.

Wenn ich mit dem Bildausschnitt zufrieden bin, kann ich mich um die Belichtung kümmern.

Angenommen ich mache erst einen Testshot bei ISO 12800. Das Bild wird natürlich eine Miese Qualität haben, aber ich werde sehen, ob die Belichtung als solche passt. Wenn ich dann ein korrekt belichtetes Bild habe, schaue ich mir die Verschlusszeit an die beispielsweise bei 1 sec liegt. Dann kann ich die ISO auf 100 herunterdrehen, was 7-Blenden bzw. Belichtungsschritten entspricht. Damit weiß ich, dass ich bloß die Belichtungszeit entsprechend um das 7-fache verlängern muss, um wieder die korrekte Belichtung zu erreichen. Dementsprechend müsste ich die Belichtungszeit auf 7 sec stellen. Die Blende muss natürlich während der ganzen Geschichte unverändert bleiben.

Auf die Lichter belichten

Um den maximalen Dynamikumfang zu erzielen empfehle ich dir auf die Lichter zu belichten. Am Besten mithilfe deines Histogramms. Das rechte Ende des Histogramms sollte die Begrenzung auf der rechten Seite küssen um sicherzustellen, das die Lichter gerade so nicht ausfressen und noch Information enthalten. Das obere Histogramm ist nicht falsch, aber das untere besser. In Lektion 8 der Akademie erkläre ich im Detail, was es damit auf sich hat:

Belichtungsreihen

Gerade in der Nachtfotografie können Belichtungsreihen (HDRs) sehr hilfreich sein. Das bedeutet neben dem „normal“ belichteten Foto, macht man noch je ein oder mehr Bilder des gleichen Motivs, die über- und unterbelichtet werden. Diese kann man dann in der Nachbearbeitung zu einer Fotografie zusammenfügen, um so den Dynamikumfang zu erweitern. Um dir im Detail zu zeigen, wie das funktioniert, habe ich im Bonus-Mudul der Akademie eine eigene Lektion dazu gebastelt.

Schnelle Speicherkarte

Der letzte Tipp ist plump aber wichtig. Deine Speicherkarte sollte nicht zu langsam sein. Das gilt insbesondere für Langzeitbelichtungen. Nichts ist nerviger, als der Kamera beim berechnen einer eben gemachten Fotografie zuzusehen. Speicherkarten kosten heutzutage nicht mehr viel, daher lohnt es sich in ein paar schnelle Karten zu investieren, wovon man dann auch länger etwas hat. Empfehlen kann ich die Transcend SDHC UHS-II U3 EXTREME Karten, die meiner Ansicht nach das beste Preis-Leistungsverhältnis am Markt bieten.

#6 Achtsames Ausrasten

Der letzte Tipp ist einfach: lass dir Zeit. Verinnerliche die Tipps und probiere, probiere, probiere. Befolge alle Regeln und dann breche sie Alle!

 

KURZ UND KNAPP:

Kameraeinstellungen und Zubehör für dieses Projekt:

  • Belichtungsmodus

    Manuell: M

  • ISO

    So niedrig wie möglich (idealerweise ISO 100)

  • Blende

    Im Idealfall die förderliche Blende (in der Regel Blende 8). Du kannst die Blende für mehr Schärfentiefe und Blendensterne weiter schließen. Um Beugungsunschärfe zu vermeiden am besten bis maximal f 16.

  • Belichtungszeit

    So wählen, dass bei der eingestellten ISO und Blende das Bild korrekt belichtet wird. Wird dann besonders relevant, wenn du Lichtspuren darstellen willst, was dir ab etwa 2 sec gelingt.

  • Sonstige Einstellungen

    • RAW-Format
    • Blitz deaktivieren
    • Bildstabilisator deaktivieren
  • Sonstige Einstellungen

    • RAW-Format
    • Blitz deaktivieren
    • Bildstabilisator deaktivieren
  • Zubehör

    • Stativ
    • Weitwinkel Objektiv
    • Fernauslöser
    • Taschenlampe

Dein Fotografie-Spickzettel:

Hol dir den PhotoInspirator-Spickzettel zum ausdrucken, mit dem du Blende, Belichtungszeit und ISO in den Griff bekommst:

 

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Wenn du es es mit der Landschaftsfotografie ernst meinst, dann wirst du wohl schon folgendes gemerkt haben: nicht jede Landschaft, die dir positiv ins Auge fällt, verwandelt sich automatisch in eine großartige Fotografie.

Wenn du einen Ort erlebst, verbinden sich die Gerüche, Geräusche und Sinneseindrücke zu Emotionen, die den Gesamteindruck deiner Empfindungen ausmachen. Deine Aufgabe als Fotograf ist es diese Erfahrung in Fotografien zu verwandeln.

Als wäre diese Aufgabe nicht schon schwer genug, so gibt es viele Probleme, auf die wir stoßen, die verhindern können, dass unsere Wahrnehmung einer Landschaft in der finalen Fotografie zum Ausdruck kommt.

In diesem Artikel habe ich die aus meiner Sicht typischsten und tückischsten Stolpersteine in der Landschaftsfotografie zusammengefasst und zeige dir, wie du diese vermeidest.

 

#1 – VERWACKLUNGS-UNSCHÄRFE

In vielen Bildern kann Unschärfe sehr interessant sein. In der Landschaftsfotografie ist man jedoch meist auf Schärfe aus.

Der beste Weg, um sicherzustellen, dass dein Bild scharf wird, ist ein Stativ zu verwenden. Nun gibt es Stative und es gibt Stative. Es ist sinnvoll in ein robustes und windbeständiges Stativ zu investieren, gerade für Langzeitbelichtungen. Ein gutes Stativ hält ewig, also spare nicht am falschen Ende.

Mein Tipp aus langer (und schmerzhafter) Erfahrung mit schlechten Stativen sind die Stative von Rollei, die richtig gut und günstig sind:

Ein weiteres Zubehör, das nicht fehlen sollte, ist ein Fernauslöser. Hier genügt ein günstiger kabelgesteuerter Auslöser. Dieser verhindert Vibrationen und sorgt daher für knackscharfe Bilder. Wenn du keinen hast, tut es auch der eingebaute Selbstauslöser deiner Kamera.

Das ist mein Fernauslöser. Er ist günstig und lässt sich ein- und ausschalten, was viele „billig“ – Fernauslöser nicht können:

Canon    Nikon    Sony E    Sony A

#2 – SCHRÄGER HORIZONT

Viele gute Landschaftsfotos werden durch einen ungeraden Horizont ruiniert. Das stört vor Allem, wenn der Horizont nur leicht schräg ist.

Sorge daher dafür, dass deine Kamera gerade ist: nichts ist unschöner als ein leicht schiefer Horizont.

Es gibt im Grunde genommen 4 Möglichkeiten, diesem Problem entgegen zu wirken:

  • Rasterüberlagerung
    Bei den meisten DSLRs lässt sich ein Raster entweder im Sucher, in der Live-View Ansichts oder in beiden einblenden. Richte den Horizont mit Hilfe einer dieser Linien aus.
  • Digitale Wasserwaage
    Neuere Kameras haben oft eine eingebaute elektronische Wasserwaage. Beim Einschalten wird die Positionierung der Kamera gemessen und kann bei bedarf entsprechend korrigiert werden.
  • Analoge Wasserwaage
    Viele Stative besitzen sogenannte Libellen, mit denen die Kamera „ins Wasser“ gebracht bzw. nivelliert werden kann.. Zudem gibt es Libellen, die sich am Blitzschuh der Kamera befestigen lassen.
  • Nachbearbeitung
    Wenn alles andere scheitert, oder nicht verfügbar ist, so kann die Fertige fotografie natürlich in der Post-Produktion vom Bildbearbeitungs-Programm deiner Wahl begradigt werden.

 

Natürlich kann das Bild in der Nachbearbeitung begradigt werden. Das geschieht aber immer auf Kosten von Bildinformationen an den Rändern. Ich bevorzuge es daher, die digitale Wasserwaage meiner Sony a7r zu verwenden. Damit bin ich ganz auf der sicheren Seite.

 

Deine Kamera beherrscht dich, statt du sie?

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#3 – IMMER DIE GLEICHE PERSPEKTIVE

Die meisten Menschen fotografieren aus der Augenhöhe. Damit entstehen immer die gleichen erwartungsgemäßen Bilder – Bilder aus dem Bühnenblick.

Verlasse den Bühnenblick!

Knie dich hin. lege dich hin. klettere auf einen Baum. Suche nach ungewöhnlichen Perspektiven, um ungewöhnliche Fotos zu machen.

Hier mal ein paar Ideen, falls du noch Inspiration brauchst ;-)

 

#4 – BESCHRÄNKUNG AUF’S QUERFORMAT

Viele gehen davon aus, dass ein Landschaftsfoto im Querformat (horizontal) fotografiert werden sollte. Dies ist normalerweise keine schlechte Idee, aber in manchen Fällen kann eine Hochformat-Ausrichtung (vertikal) wirklich gut funktionieren. Denke an eine Wald- oder Bergszene.

Wenn die Motivform als solche mehr vertikal als horizontal ist, versuche es im Hochformat, dies kann eine besondere Dynamik im Motiv erzeugen.

 

#5 – UNPASSENDE LICHTVERHÄLTNISSE

Bei Sonnenlicht ist Gegen- und Seitenlicht unbedingt dem Licht von hinten kommend vorzuziehen, da letzteres direkt auf das Motiv fällt und dieses flach erscheinen lässt. Wenn es keine Sonne gibt und der Himmel bedeckt ist, dann mache trotzdem von den Lichtverhältnissen Gebrauch, um Nahaufnahmen zu machen: das diffuse, weiche Licht sorgt für herrliche Plastizität!

Hast du die Sonne im Rücken, NICHT auf den Auslöser drücken!

Graue, trübe Tage Liefern eher gedämpfte, ausgewaschene Farben und wenig Struktur, dafür umso mehr Plastizität. Extrem sonnige Tage können genau das Gegenteil tun. Achte sorgfältig auf die Lichtverhältnisse auf deinem Motiv. bevor du auf den Auslöser drückst.

 

#6 – NICHT ÜBER DIE BLENDE NACHDENKEN

Die Blende ist eines der wichtigsten Kompositionswerkzeuge!

Wenn du eine Szenerie ins Bild setzt, solltest du über die Schärfentiefe nachdenken. Wenn du eine große Scharfentiefe willst, sorge dafür. dass deine Blende relativ weit geschlossen ist (f8 bis f16). Damit ist die Ausdehnung der Schärfe von Vorder- bis Hintergrund möglichst groß. Umgekehrt führen große Blenden (z.B. f2,8) und das Fokussieren auf den Vordergrund zu starker Unschärfe im Hintergrund. Die Schärfentiefe ist entsprechend sehr gering.

Vermeide allerdings die kleinste Blende an deinem Objektiv zu verwenden (f22 – f32), da du sonst Probleme mit der Beugungsunschärfe bekommst!

 

Dein Fotografie-Spickzettel:

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#7 – SICH NEBEN ANDERE FOTOGRAFEN STELLEN

Siehst du eine Gruppe von Fotografen von einem bestimmten Spot aus auf ein Motiv abschießen, könnte es eine gute Idee sein. von einem anderen Ort zu fotografieren. Schließlich gehe ich mal davon aus. dass du ein einzigartiges Bild mit nach Hause nehmen willst?!

Natürlich liefern bestimmte Aussichtspunkte oft den besten Blick auf etwas. Dann mache gerne ein Foto von dort aus, aber suche auch nach anderen Orten und Perspektiven, um DEIN Bild zu machen.

Es kann auch eine gute Idee sein, einen Fotospot vorab ohne Kamera zu scouten, um bereits im Kopf gute Perspektiven abzuspeichern. bevor es mit Kamera an das Motiv geht.

Bei diesem Motiv fallen mir gleich mehrere Gründe ein, alternative Perspektiven ausfindig zu machen ;-)

 

#7 1/2 – AUF DEN AUSLÖSER DRÜCKEN

Zugegeben das klingt jetzt etwas komisch – es ist ein Fehler auf den Auslöser zu drücken?! Ich möchte dir mit diesem Bonus-Tipp nur empfehlen nicht zum Knips-Roboter zu werden:

Kreativität entsteht durch Achtsamkeit – in den Zwischen-Momenten, wenn wir keine Kamera zur Hand haben.

Fotografieren bedeutet visuelle Kommunikation. d.h. mit Bildern Geschichten zu erzählen und zum Nachdenken anzuregen und emotional zu berühren. Dafür muss man aber erstmal etwas erleben, dass einen tatsächlich derart inspiriert dass man dann, wenn man die Kamera zur Hand nimmt, Bilder macht die auch andere faszinieren.

Deshalb meine Bitte: Achtsames fotografieren, statt Knips-Roboter!

 

 

Dein Weg zum eigenen fotografischen Ausdruck

Du meinst es wirklich ernst mit der Fotografie und willst dich endgültig vom Automatik-Modus verabschieden? Dann wirf mal einen Blick in die Photo4Nature-Akademie – das ist unser Fotografie-Grundlagenkurs und der perfekte Startpunkt um deine Reise zu starten, zum besten Fotografen der du sein kannst.

 

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Das Meer ist ein wunderbarer magischer Ort, für jeden Landschaftsfotografen. Es ist aber vor allem ein toller Spielplatz um mit allen Arten von Langzeitbelichtungseffekten zu experimentieren und es ist deshalb auch kein Wunder, dass so viele Fotografen mit Begeisterung versuchen tosende Wellen in seidige Teppiche zu verwandeln. Denn es macht einfach mega Spaß!

Diesen wunderschönen Look zu erzeugen bei dem die Wellen im Meer sanft-seidig und dynamisch zugleich aussehen ist gar nicht so schwer und ich zeige dir jetzt in 5 Schritten, wie dir das gelingt.

Wenn dir das Video gefällt, gib mir doch einen Daumen hoch und abonniere den Kanal! Unterm Video habe ich alle Tipps nochmals für dich verschriftlicht:

 

Tipp #1 – Die Basics

Die Kamera sollte auf den RAW-Modus und eine möglichst geringe ISO eingestellt sein – das versteht sich eigentlich von selbst. Das A und O um Bewegungen dynamisch Festzuhalten ist immer die Belichtungszeit, die du an deiner Kamera einstellst. Das gilt nicht nur für Meeresfotos, aber gerade hier haben kleine Anpassungen oft große Wirkung.

Ich empfehle dir mit einer Verschlusszeit zwischen 1/5 sec und 2 Sekunden zu starten und dich dann durch ausprobieren der geeigneten Zeit zu nähern.

Wenn du zu kurz belichtest sieht das Wasser sehr statisch und langsam aus. Belichtest du sehr lang geht das auf Kosten der Dynamik und alles wird zu einer milchigen Masse. Ich persönlich mag diesen Effekt zwar auch, aber darum geht es in diesem Video nicht. Wir möchten ja die Dynamik erhalten. Daher bitte Verschlusszeiten zwischen ¼ und 2 sec. Das ist dein Sweet-Spot! Somit sehen wir Bewegung im Wasser, erhalten aber immer noch die Details die nötig sind um die Dynamik zu erreichen, wie auf dem folgenden Foto zu sehen, welches ich in England am St. Micheal’s Mount gemacht habe – ein faszinierender Ort:

 

St. Michael’s Mount, Cornwall, England, 2015

St. Michael’s Mount, Cornwall, England, 2015

 

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Tipp #2 – Fotografiere mit Stativ

Ich nehme an du bist kein Roboter. Daher wird es dir nicht gelingen mit diesen Verschlusszeiten von Hand zu fotografieren. Deswegen unbedingt mit einem Stativ  fotografieren, das auch robust sein sollte, damit die Aufnahmen verwacklungsfrei und scharf werden. Spare auf keinen Fall an deinem Stativ!

Solltest du am Strand fotografieren kannst du es auch zusätzlich in den weichen Sand drücken, damit es ausreichend Halt hat.

Mein Tipp aus langer (und schmerzhafter) Erfahrung mit schlechten Stativen sind die Stative von Rollei, die richtig gut und günstig sind:

 

Rollei-Stativ mit Panorama-Kugelkopf

 

Tipp #3 – Ausreichend Dunkelheit per ND-Filter

Um bei Tageslicht die gewünschten Belichtungszeiten verwenden zu können wirst du einen ND-Filter benötigen.

Wenn es dunkler ist, z.B. zur blauen oder goldenen Stunde, dann geht es auch ohne. Beim ND-Filter empfehle ich direkt einen Satz aus 2 bis 3 Filtern mitzunehmen mit verschiedenen Stärken. Dann bist du auf der sicheren Seite. Das sind die Filtersätze, die ich verwende:

 

HAIDA Slim PRO II Digital MC Neutral Graufilter Set

 

Tipp #4 – Perfektes Timing dank Fernauslöser

Ich empfehle dir einen Fernauslöser zu verwenden. Somit kannst du verwacklungsfreie Aufnahmen auf Knopfdruck machen, ohne die Kamera berühren zu müssen. Natürlich könntest du auch den Selbstauslöser deiner Kamera verwenden, dieser löst aber erst nach einer gewissen Verzögerung aus. Damit überlässt du dann alles dem Zufall. Das ist mein Fernauslöser. Er ist günstig und lässt sich ein- und ausschalten, was viele Fernauslöser nicht erlauben:

Fernauslöser JJC TM-F2 für Sony

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die tollsten Bilder entstehen, wenn die Welle bzw. Gischt gerade komplett auf den Strand gekommen ist und schon wieder den Rückweg auf das Meer antritt.

Aber das ist natürlich auch Geschmackssache und kann durch Probieren ermittelt werden.

 

Tipp #5 – Maximale Dynamik durch natürliche Hindernisse

Du wirst feststellen, dass die schönsten Bilder dann entstehen, wenn dass Wasser mit irgendetwas interagiert. So bei dem Foto unten, wenn das Wasser auf die Felsen prallt.

Diese natürlichen Helfer solltest du allerdings mit Bedacht wählen, und dafür sorgen, dass sie sich optimal in die Gesamtkomposition deiner Fotografie einfügen.

 

Cape Clear, Ireland, 2018

 

Das sind sie, die 5 Schritte zum optimalen Landschaftsfoto am Meer. Nicht vergessen: Übung macht den Meister. Nutze deshalb diese Tipps als Basis und mach dann dein eigenes Ding daraus!

 

Tipp #5 1/2 – Achtsamkeit

Lass dir Zeit. Lege die Kamera auch mal zur Seite und genieße einfach den Moment und warte auf die nächste spannende Lichtstimmung!

 

Ein Hinweis noch: die auf dieser Seite verwendeten Links sind sogenannte Provision-Links. Wenn du auf so einen Verweislink klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von deinem Einkauf eine kleine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht. D.h. es macht für dich überhaupt keinen unterschied. Ich empfehle dir hier zudem nur Produkte, die ich selbst verwende und würde NIEMALS irgendetwas empfehlen, dass ich nicht gut finde!  

 

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Grelles Licht, Regenschirme und Spaß an der Fotografie!

Unsere nächste Etappe auf der Reise durch Japan mit dem #alphaddicted Koffer von Sony.
Das Video hat der großartige Christoph Kramer produziert, die Fotos sind von mir ;-)
Viel Spaß beim Schauen und stöbern:

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Toby, Tokyo, Total…

VLOG und ein paar Impressionen aus der Metropole Tokyo:

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Mit der Kamera auf Reisen

Mit der Kamera auf Reisen | Sony a7r | ZEISS 35mm f2.8 | @ f3.5 | 1/2000 sec

Wer auf Fotoreise geht, oder auch einfach seinen Urlaub nutzen will um ein paar schöne Fotos mit nach Hause zu nehmen, steht vor verschiedenen Herausforderungen:

Neben den Fotografie-Fragen – um die es im zweiten Teil geht – müssen viele Dinge organisiert werden: Hotels und Flüge müssen gebucht werden, Versicherungen angemeldet und Zugang zum Geld in der Auslandswährung sichergestellt werden.

In diesem ersten Teil möchte ich diese letztgenannten Aspekte ansprechen. Ich habe  – im wahrsten Sinne des Wortes – viel Lehrgeld zahlen müssen und möchte euch hier ein paar Tipps mit auf den Weg geben, damit ihr diese Fehler vermeidet und stressfreier reisen könnt.

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